Freecycling
Verschwendung reduzieren

Freecycling statt Recycling

Um Abfall zu reduzieren und der Überflussgesellschaft entgegenzutreten, entstand im Jahr 2003 die Idee des Freecycle. Dabei geht es um Netzwerke oder Plattformen, die funktionsfähige aber nicht mehr benutzte Dinge verschenken und so wieder einer sinnvollen Nutzung zuführen. Das ist Kreislaufwirtschaft. Sie ist lange belächelt worden. Mittlerweile gesteht man diesem Wirtschaftszweig zu, fünf Billionen Franken wert zu sein.

Freecycling: eine Idee, die nicht im Kübel landet

Hat eine Idee, wie das Freecycling, in unserer Wegwerfgesellschaft überhaupt eine Chance? Wie wäre es, wenn niemand mehr etwas wegwerfen würde? Auch Firmen es vorziehen würden, Sachen zu verschenken statt fürs Entsorgen zu bezahlen? Unvorstellbar! Unvorstellbar? Wie gut wäre das für unsere Umwelt, für unsere Rohstoffe. Gebrauchtes landet im Müll. Darunter vieles, was andere noch brauchen könnten. Wenn nicht Private, dann Wohltätigkeitsorganisationen, Vereine, Notschlafstellen. Aber viele – vor allem Firmen – zahlen lieber dafür, Inventar zu entsorgen, statt es zu verschenken.

Seit bald zwanzig Jahren nimmt Freecycling Fahrt auf. Zuerst in Amerika, dann auch in Europa. So richtig professionalisierte die britische Bankerin May Al-Karooni diesen Wiederverwendungsmarkt als sie 2013 mit Globechain die digitale Brockenhaus Plattform fürs Gewerbe gründete. Anfangs war es eine Herausforderung, die Kreislaufwirtschaft und ihre Lebensfähigkeit als Geschäftsmodell zu erklären. Doch die Umweltbewegung wächst. Millennials werden zunehmend von gemeinsamen Markenwerten motiviert und Nachhaltigkeit wird der Schlüssel für unser zukünftiges Überleben sein. Daher ist die Kreislaufwirtschaft ein stark wachsender Sektor und das Geschäftsmodell von Globechain entsprechend einfach. Vor allem Grossfirmen wie Warenhausketten und Krankenhäuser zahlen statt Entsorgungskosten eine Mitgliedergebühr und erhalten im Gegenzug Daten. Damit können sie nachweisen, dass sie nachhaltig handeln. Auf der anderen Seite können Hilfsorganisationen und Private die Ware gratis abholen.

Freecycling: Der Kreislauf ist Billionen wert

Diese Idee hat Stiftungen in wenigen Jahren 2,5 Millionen Franken gespart – und fünf Millionen Kilo vermeintlicher Abfall ist nicht in der Tonne gelandet. Die schwarzen Zahlen von Globechain beweisen, dass die Idee auch Geld bringt. Die Plattform für alles, was die Geschäftswelt nicht mehr will, ist mittlerweile in elf Ländern aktiv und mehrfach ausgezeichnet. Nach Secondhand-Ausstattungen für Büros, Shops und Restaurants will Globechain nun die Welt der Mode vor der Deponie bewahren. In der Modebranche landet Überschussware tonnenweise im Feuer. Alleine in Deutschland werden jährlich 230 Millionen Kleidungsstücke unverkauft und ungetragen verbrannt.

Wir sind zu einer schnelllebigen Gesellschaft geworden, in der wir verwöhnt wurden, weil wir schneller, billiger und problemlos online auf Dinge zugreifen und online einkaufen können. Dies setzt den Verkehr unter Druck (Kohlenstoffemissionen), Menschen (Herstellung) und Rückgabe von Waren, die, wenn sie nicht weiterverkauft werden, verbrannt werden.

Freecycling: Wie können Firmen in Pflicht genommen werden?

Es geht nicht nur um Kundenretouren. Es muss Anreize, Steuervergünstigungen und Rahmenänderungen geben, um Unternehmen zu ermutigen und zu motivieren, ihre Arbeitsweise in der gesamten Lieferkette zu ändern. Nachhaltigkeit bringt auch erhebliche Kosteneinsparungen. Dies kann ein guter Weg sein, Arbeitsplätze zu erhalten.

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